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Gehaltsstudie: Ergebnisse III – Gehälter nach Erfahrungsstufe

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Die hier genannten Gehälter, sind Monatsbruttolöhne ohne Schichtzulagen oder sonstige Boni. 

Wir haben die Gehälter aller Teilnehmer:innen (n=175) auf eine Vollzeitstelle hochgerechnet und nach der Berufserfahrung als Physician Assistant sortiert. 

Zu jeder Erfahrungsstufe haben wir den Median- und den Durchschnittswert ermittelt. 

Monatsbruttogrundgehalt nach Erfahrungsstufe in Jahren: 

0 Jahre: D: 3304,78 € M: 3500 €

1 Jahr:   D: 3566,04 € M: 3510 €

2 Jahre: D: 3810,53 € M: 3675 €

3 Jahre: D: 3837,69 € M: 3800 €

4 Jahre: D: 4111,80 € M: 4167 €

5 Jahre: D: 4330,43 €* M: 4350 € *

D= Durchschnitt M=Median 

Methodik: Die Erhebung der Daten erfolgte mittels einer standardisierten prospektiven online Befragung an Absolventen, die einer Tätigkeit als PA nachgingen. Die Fragen bestanden hauptsächlich aus Single-Choice Verfahren und orientierten sich an vergleichbaren Fragebögen aus vergleichbaren Berufen zum Ziele der Gehaltsermittlung. Bei der durchgeführten Studie handelt es sich um eine „basic research study“, die einem quantitativen Forschungsansatz verfolgt hat. Insgesamt bestand die Umfrage aus zwölf Fragen und enthielt eine Weichenstellung zur beruflichen Vorerfahrung, sodass zwei Fragen zusätzlich beantwortet werden mussten. Die Veröffentlichung des Fragebogens erfolgte am 20.10.2020 und wurde nach zwei Wochen am 01.11.2020 beendet. Die Verteilung des Fragebogens erfolgte hauptsächlich durch den PA-Blog und seinen Social Media Plattformen sowie durch das Posten in PA-spezifischen Facebookgruppen z.B. Physician Assistant Deutschland. Des Weiteren erfolgte Mund zu Mund Propaganda.

Ergebnisse: Insgesamt haben 175 Personen an der Studie teilgenommen. Da die Fragebögen teilweise nicht vollständig ausgefüllt waren, findet die Auswertung und Darstellung der Ergebnisse in gültigen Prozenten statt. 83% der Befragten waren weiblich und 16% männlich. Das Medianalter lag bei 26 Jahren, das Durchschnittsalter bei 28,96 Jahren. 11 Personen gaben an Teilzeit zu arbeiten (0,06%). Die meisten Befragten (53%) arbeiten in NRW, auf Platz zwei folgt mit lediglich 10% Baden-Württemberg. Der mediane Wert der Berufserfahrung lag bei zwei Jahren, die durchschnittliche Berufserfahrung lag bei 1,99 Jahren. 57% der befragten haben eine Vorausbildung absolviert, davon waren 44% (n= 100) Gesundheits- und Krankenpfleger:innen. 42% haben keine Vorausbildung. 34,3% arbeiten im öffentlichen Dienst, 32,6% bei einem kirchlichen Träger und 28,7% bei einem privaten Träger. Lediglich 4,5% der Befragten arbeiten in einer privaten ambulanten Praxis. 68,5% der Physician Assistants arbeiten in einem tariflichen Arbeitsverhältnis. Das dargestellte Monatsbruttogehalt wurde ohne Zuschläge für eine Vollzeitstelle erfragt. Für mehr Transparenz wurde ebenfalls die Berufserfahrung erfragt. In der ersten Erfahrungsstufe (n0= 38) mit null, also weniger als einem Jahr Berufserfahrung, lag der Durchschnittswert bei 3304,78€ (SD 586,17€) und der Median bei 3500€. Mit mindestens einem Jahr Tätigkeit (n1= 42) als PA ergaben die Daten der Teilnehmer einen Durchschnitt von 3566,04€ (SD 566,95€) und einen Median von 3510€.  Bei 2 Jahren Ausübung des Berufes (n2= 35) ermittelten wir einen Durchschnittswert von 3810,53€ (SD 614,72€) und einen Median von 3675€. Die Befragten mit 3 Jahren Berufserfahrung (n3= 31) verdienten durchschnittlich 3837,69€ (SD 638,82€) bei einem Median von 3800€. Nach 4 Jahren Tätigkeit als Physician Assistant (n4= 15) bekamen die befragten im Durchschnitt ein Gehalt von 4111,80€ (SD 487,86€), was einem Median von 4167€ entsprach. Bei über 5 Jahren Berufserfahrung (n5= 14) ergab sich ein Durchschnittsgehalt von 4330,43€ (SD 544,14€) und ein Mediangehalt von 4350€.Interpretation: Die Untersuchung hat ca. 23 % der Absolventen erfasst. Dass 42% der Teilnehmer:innen keine Vorausbildung haben spiegelt wieder, dass die Fliedner Fachhochschule in Düsseldorf neben den sechs weiteren Hochschulen, die keine Vorausbildung verlangen, einen großen Teil der Absolventen stellt. Die Aussagen sind regional vergleichsweise stark auf NRW begrenzt, dies ist begründet mit der hohen Dichte an Hochschulen in Nordrhein- Westfalen. Für die allgemeine Einordnung der Gehälter haben wir noch die Einstiegsgehäter mit denen anderer Bachelorabsolvent:innen verglichen. Nach Informationen des Staufenbiels Instituts liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Bachelorabsolvent:innen bei 39.000€. Der Physician Assistant liegt gehaltlich also gleich mit anderen Branchen, durch Schichtdienst und dementsprechenden Zulagen ist sogar ein überdurchschnittliches Ergebnis möglich. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine erste Darstellung der Gehälter und deren Entwicklung gelungen ist, diese sind zwischen den Gehältern der Gesundheits- und Krankenpfleger:innen und den Ärzt:innen angeordnet. Durch die noch wenigen Absolvent:innen lassen sich keine aussagekräftigen Daten zu Gehaltsunterschieden nach Geschlecht, Bundesland, Trägerschaft oder anderen Kriterien treffen. Positiv zu erwähnen ist, dass die Mehrheit mit 84% einen unbefristeten Vertrag hat. Mit der Studie wurden erste Daten geschaffen, die es Physician Assistants ermöglichen, eine fundierte Gehaltsverhandlung zu führen. Zukünftig müssen Daten neu erhoben und verglichen werden. Erst dann werden einige Tendenzen besser erkennbar und mehrere Faktoren besser und aussagekräftiger messbar sein.

Schreibt uns in die Kommentare, ob Ihr die Gehälter angemessen findet oder was Euer Vorschlag wäre 🙂 

*Bei dieser Erfahrungsstufe sind wenige Teilnehmer zusammengefasst die über 5 Jahre Berufserfahrung haben

3 Kommentare

  • Hallo :),
    ich spiele mit dem Gedanken PA zu studieren. Das Studium kostet mich ca. 20’000€ und viel zusätzliche Zeit.
    Nun lese ich hier das spätere Gehalt und bin echt geschockt.
    Ich arbeite aktuell als Fachkraft für Anästhesiepflege und verdiene nach TVöD 3850€ im Monat.
    Das heißt es gibt durch das Studium keine Gehaltsperspektive mit der ich die Kosten für das Studium relativieren kann.

    Habt ihr hier vielleicht schon Rückmeldung erhalten?
    Danke und liebe Grüße Linda 🙂

    Antworten
    • Hallo Linda,
      zunächst einmal freut uns Dein Interesse an dem Studiengang.
      Bei dem Gehalt muss man mehrere Dinge beachten.
      1. Bei den oben aufgeführten Gehältern sind Dienstzulagen nicht berücksichtigt.
      2. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind Jahressonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
      3. Deinem aktuellen Gehalt geht wahrscheinlich eine langjährige Berufserfahrung hervor, dieses würdest du als PA nach 3 Jahren bereits ohne Zulagen verdienen und in den folgenden Jahren noch weiter entwickeln können.
      Zuletzt bleibt es auch eine nicht finanzielle Entscheidung das Studium zu absolvieren. Die Motivation andere Aufgaben zu übernehmen und die Weiterbildungsmöglichkeit in einem Masterstudiengang (und damit auch wieder steigender Vergütung) sind für viele Studierende reizvoll.

      Antworten
    • Ein Ratschlag, mach es nicht in Berlin an der Steinbeis-Hochschule. Derzeit sind die Studienverhältnisse katastrophal und die Schule muss sich nach interner Umorientierung erstmal wieder fangen, um qualitativ hochwertigen Unterricht machen zu können.

      Antworten

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