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Über die Landarztquote ins Medizinstudium

Medizinstudium statt Masterstuidum

Die Arbeit im ärztlichen Dienst lässt einige Physician Assistants über ein anschließendes Medizinstudium nachdenken. Doch der Weg ins Medizinstudium ist keineswegs einfach. In einem Beitrag haben wir bereits verschiedne Zulassungsverfahren für PA Absolvent:innen vorgestellt. Gerne möchten wir Euch aber einen tieferen Einblick geben und haben mit Saskia gesprochen. Saskia hat 2018 da Physician Assistance Studium abgeschlossen und studiert mittlerweile Humanmedizin in NRW. Wie ihre Zulassung über die Landarztquote lief und was sie sich alles anrechnen lassen konnte, erzählt sie uns im Interview.

Vor 8 Jahren kannte ich den Beruf des Physicians Assisants nicht. Erst durch ein Praktikum in der Pflege wurde ich auf den Beruf aufmerksam. Damals konnte ich ein CTA 3 Wochen lang begleiten. Er hat mir viel über seinen Beruf erzählt und mir selbst hat die Arbeit viel Freude bereitet. Nach längerer Recherche habe ich den Beruf des Physician Assistants und die Ausbildungsmöglichkeiten gefunden. Also entschloss ich mich, nach meinem Fachabitur das Studium in Düsseldorf zu absolvieren.

Während der Schul/-Studienzeit ist mir der Beruf des Arztes nicht in den Sinn gekommen. Ich habe mein Studium zum Physician Assistant erfolgreich beendet und habe anschließend meinen Beruf ausgeübt. Während meiner Berufszeit wurde mir persönlich bewusst, dass sich auch mit einem Master in Physician Assistant oder mehreren Fortbildungen die rechtliche Situation in Deutschland (bezogen auf Delegierbare Tätigkeiten) in näherer Zukunft nicht ändern wird. In den Niederlanden beispielsweise haben PA ́s andere Rechten und Pflichten mit denen ich mich eher identifizieren kann. Da ich aber nicht gewillt bin für einen Beruf in ein anderes Land zu ziehen, habe ich mich doch dazu entschlossen Medizin zu studieren.

Da für mich einige Bewerbungsverfahren wie über Hochschulstart nicht in Frage kommen, musste ich nach Alternativen ausschauhalten. Ein Studienplatz als Zweitstudium zubekommen erschien mir utopisch. Also bewarb ich mich an verschiedenen Privatuniversitäten, doch nach dem Auswahlverfahren war dann Schluss. Über die Presse habe ich von der Landarztquote gehört. Da ich meine Zukunft nicht mehr im Chirurgischen Bereich sah, war dies also eine gute Alternative. Ich bewarb mich. Der Aufwand war erstaunlicherweise sehr gering. Ich wurde zum Auswahlverfahren eingeladen. Dies war ein ganzer Tag amUniklinikum in Münster. Ich war um 9:00 Uhr morgens dran. Nach kurzer Einteilung in Gruppen kamen die ersten Aufgaben. Wir waren zehn Teilnehmer und es gab 10 Räume. Vor jedem Raum gab es jeweils eine kurze Aufgabenstellung z.B. Knote aus zwei Schnüren ein Knoten wie abgebildet oder schaue dir das kurze Video an und nimm Stellung. Für jeden Raum hatten wir 5 Minuten Zeit nach jedem Raum sind wir zum nächsten gegangen, für den Wechsel und das Lesen hatten wir 3 Minuten Zeit.

Nach den ersten 10 Räumen gab es eine Pause. Anschließend folgten wieder 10 Räume. Diesmal musste man in jedem Raum ein kleines Rollenspiel durchführen. Als wir diese dann auch beendet haben, gab es noch eine Erklärung über den Vertrag und dann hieß es abwarten. Nach 3-4 Wochen kam dann das Ergebnis.

Nachdem ich die Zulassung hatte, habe ich mich beim LPA um die Anerkennung bestimmter Leistungen gekümmert. Ich konnte mir z.B. die ganze Erste Hilfe, Psychologie und Anteile der

Anatomie (Kurs) anrechnen lassen. Des Weiteren hatte ich durch das PA Studium viele Vorteile um wissenschaftlich Arbeiten zu können. Anerkennung, die für die Klinik relevant sein können, kann ich erst nach dem Physikum beantragen.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass das Medizinstudium grundsätzlich machbar ist. Es ist ein sehr großer Unterschied zum Studium des PA ́s. Inhaltlich möchte ich betonen, dass das PA Studium von Tag 1 an sehr spannend und klinisch relevant ist, was in dem Medizinstudium nicht ist. Davon sollte man sich nicht demotivieren lassen. Den Beruf des PA ́s ist unglaublich spannend und wir brauchen unbedingt PA ́s. Das PA Studium sollte nicht als Überbrückung dienen. Wer, nachdem Abschluss allerdings merkt, dass der Bachelor oder Master Anschluss nicht reicht, kann seine Erfahrung definitiv als Sprungbrett in das Medizinstudium sehen. Denn in all meinen Auswahlverfahren wurde ich immer wieder auf meine klinische Erfahrung angesprochen und es kam sehr gut an.

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