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Was macht eigentlich ein Physician Assistant in …. der Pneumologie ?

Anja war so nett und hat sich unseren Fragen gestellt.

Das Interview über ihren Berufsalltag findet Ihr unten.

1.Warum hast Du Dich für das Studium zum Physician Assistant entschieden ?

Ich war bereits seit 5 Jahren als Krankenschwester tätig. Zum einen wollte ich mehr. Mehr Verantwortung, mehr Wissen. Und zum anderen ärgerte es mich, wenn die frischen Assistenzärzte gewisse Fähigkeiten nicht besaßen, welche ich als Schwester bereits verinnerlicht hatte.

2. An welcher Universität/Fachhochschule hast du studiert und warst Du zufrieden mit dem Studium ?

Steinbeis Hochschule in Berlin. Wedding. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, Luft nach oben gibt es natürlich immer, gerade in der praktischen Gestaltung der Unterrichtsfächer.

2a. Fühltest Du Dich gut vorbereitet auf Deine jetzige Tätigkeit ?

In der Uni kamen mir grade Themen, wie Pharmakologie zu kurz. Richtig vorbereitet haben mich die Praktika. Ich war zum Beispiel fast 2 Jahre in der Notaufnahme im WKK Heide tätig. Das klinische Denken und die Fertigkeiten lernt man eben doch erst bei direkter Anwendung.

3. Wie kamst Du zu Deiner aktuellen Stelle und wie gelang Dir der Start ins Berufsleben ?

Durch eine Initiativbewerbung und Vitamin B! Eine Freundin, welche Krankenschwester ist, warb für mich bei meinem aktuellen Chef, während der Chefarztvisite. Dieser kannte Physician Assistants bereits aus seinem Berufsleben in den USA. Da ihm der PA auch dort schon sehr zusagte, lud er mich zum Gespräch ein und wir brachten den Stein ins Rollen. Natürlich bedurfte es weiterer Treffen, da ich die erste PA im Haus war und dies einiges an Absprachen erforderte. Wie immer, beim Etablieren neuer Berufsbilder, zeigten sich Kollegen skeptisch. Dies konnte glücklicherweise zügig ausgeräumt werden.

4. Wie sieht Dein normaler Arbeitsalltag aus ?

Um 7:30 Uhr trifft sich die gesamte Lungenklinik zur Frühbesprechung. Hier erfolgt eine Aufgabenverteilung der verschiedenen Bereiche. Zum Beispiel: Station, Tagesklinik, Funktionsbereich, Intensiv und Schlaflabor. Je nach Einteilung ergeben sich Tätigkeiten. Zum Beispiel: elektive Aufnahmen, Sonographie, Bronchoskopie. Dokumentation und Anforderungen inbegriffen. Einen gravierenden Unterschied zwischen uns und den Ärzten gibt es nicht! In oberärztlicher Delegation ist fast alles möglich.

5. Konntest Du die praktischen Fähigkeiten bereits vor Antritt der Stelle oder wurden Sie Dir beigebracht ?

Fachspezifische Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Bronchoskopie erlerne ich stufenweise. Angefangen habe ich auf der Intensivstation unter Aufsicht. Ziel ist es, zukünftig eigenständig zu bronchoskopieren. Fertigkeiten, wie sonografische Untersuchungen zum Beispiel Abdomen oder TVT Ausschluss, eignete ich mir mittels Kursen bereits im Studium an. Sodass ich aktuell die komplette Beurteilung der Kompressionssonografie übernehme.

6. Welche Qualifikationen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen PA ?

Zunächst einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich, damit man weiß, was auf einen zukommt. Weiter ist eine gewisse Offenheit und Teamfähigkeit von Nöten, da das Berufsbild neu ist und jeder ein anderes tägliches Aufgabenfeld hat.

7. Gibt es Aufgaben die Du außerhalb deiner Routinetätigkeiten erledigst ?

Ja, jeden Montag findet ein lungenspezifisches Tumorboard statt. Die Nachsorge betreibe ich mit einer weiteren PA. Darüber hinaus lernen wir neue Kollegen (PJler, Azubis, Praktikanten) an. Des Weiteren führen wir wöchentliche Fortbildungen für unsere Assistenten. Auch hier sind wir als Redner eingeteilt.

8. Strebst Du einen Masterstudiengang an?

Nein, ich strebe über Fast Track meine Promotion an. Dies ist in einigen Fällen möglich.

9. Hast Du eine Zukunftsvision für das Berufsbild ?

Bereits jetzt ist ein Trend „nach oben“ zu erkennen. Immer mehr Unis bieten das Studium an und in den sozialen Medien gewinnt das Thema an Intensität. Ich wünsche mir, dass in 10 Jahren jede Abteilung einen oder zwei PAs fest im Team hat. Durch verschiedenste Weiter- und Fortbildungen, nicht zuletzt auch die Promotion bleibt der Beruf attraktiv.

10. Welche Empfehlung kannst Du PA-Student*innen geben ?

Meine persönliche Empfehlung ist es, die Praktika im Studium zu nutzen. Die verschiedenen Abteilungen machen den eigenen Blick weit. Auch interdisziplinäre Bereiche, wie Notaufnahme oder Intensiv bieten durch das maximale Spektrum einiges. Praktische Fertigkeiten können hier am besten erlernt werden.

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