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Wie ist der Master … „Interdisziplinäre Schmerztherapie“?

Lars war so nett und hat sich unseren Fragen gestellt. Das Interview über seinen Masterstudiengang findet Ihr unten. Fragen zum Interview oder an Lars könnt Ihr gerne in die Kommentare schreiben!

1) Warum hast Du dich für das Studium zum Physician Assistant entschieden?

Das ist einfach zu beantworten, es hat mir den größten Reiz geboten. Ich habe zuerst nach Studiengängen geschaut welche man mit Fachabitur und mit einer Gesundheits- und Krankenpflege Ausbildung absolvieren kann. Hier kam mir zuerst Pflegemanagement in den Sinn. Fiel aber direkt wieder raus, da es zu viel Verwaltungsarbeit hat. Unsere damaligen Assistenzärzte haben mir alle empfohlen noch Medizin zu studieren. Das hat mich natürlich ermuntert etwas zu studieren mit mehr medizinischen Inhalt. Pflegepädagogik fiel dann auch raus, weil Pädagogik damals nicht meins war. Ich habe dann im Internet den PA-Studiengang entdeckt, diesen dann mit meinen Chefärzten besprochen und mich beworben. Meine Chefärzte haben sich eingesetzt, dass ich ab Tag eins des Studiums direkt im ärztlichen Dienst arbeiten durfte und haben mich in jeglicher Hinsicht unterstützt.

2) In welcher Fachabteilung arbeitest Du?

Ich arbeite in einem kleinen Landkrankenhaus im Sauerland. Wir haben hier ein Haus mit knapp 200 Betten und sind somit ein Haus der Regelversrogung. Hier arbeite ich in der internistischen Abteilung. Diese hat Folgende Fachabteilungen: KardiologieGeriatrieGastroenterologieDiabetologieZudem bin ich manchmal mit in der Notaufnahme (internistisch).

3) Warum hast Du dich für einen Masterstudiengang entschieden?

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mich selbst weiterentwickeln möchte. Leider gibt es wenig Fort- Weiterbildungsmöglichkeiten für einen PA wie z.B. „Facharzt“ oder „Zusatzbezeichnung“. Als ich dann von dem Masterstudiengang „Interdisziplinäre Schmerztherapie“ erfahren habe, habe ich eine Zeitlang überlegt mich zu bewerben oder nicht. Dies habe ich dann doch getan, da ich glaube das sehr viel Potenzial in der Schmerztherapie steckt. Ich bereue es auch kein bisschen! Mir macht das Thema von Vorlesung zu Vorlesung immer mehr Spaß.

a. Welches Ziel verfolgst du damit?

Tatsächlich eine adäquate Leitlinie für unser Haus bzgl. „Schmerztherapie“. Ich überlege nach dem Master vielleicht noch zu promovieren. Auch ein Ziel ist von mir ist noch eine Weiterbildung in Ernährungsberatung. Hier steckt, in Kombination mit Schmerz, sehr sehr viel Potenzial. Eine Kollegin (Ärztin) und ich spielen manchmal mit dem Gedanken das wenn sie Fachärztin ist, wir eine Praxis eröffnen. Hier könnte ich die Schmerz- und Ernährungsberatung durchführen. Als kleine Info, ich kann nach dem Studium die Schmerzberatung nicht eigenständig abrechnen, dies wäre dann ein Angebot. Die Kollegin würde nach ihrem Facharzt gerne noch eine Palliativweiterbildung machen und dem Palliativnetzwerk beitreten. Dies wäre eine gute Gelegenheit für mich. Ein Vorteil wäre auch, dass man sich ausreichend Zeit nehmen kann für die Patienten. Dies sind aber alles nur Spekulationen. Aber auch in der Lehre tätig zu sein kann ich mir mittlerweile Vorstellen.

b. Wie haben Deine Arbeitskollegen auf Deinen Wunsch reagiert? Fanden sie es gut, haben sich neue Jobmöglichkeiten für Dich herauskristallisiert?

Meine mittlerweile drei Chefärzte fanden dies sehr gut, ebenso die Oberärzte. Auch die Pflege hat sich gefreut endlich einen Ansprechpartner zu haben. Konnte natürlich nicht alle Fragen sofort beantworten, aber ich habe mein beste gegeben. Zur Not habe ich recherchiert. An Jobmöglichkeiten hat sich in meinem Haus zurzeit nichts geändert. Ich habe lediglich mehr Arbeit indem ich jetzt die Patienten und Kollegen mehr berate, was aber nicht weiter schlimm ist. Dadurch kann ich einfach immer mehr und stätig lernen und mich so in der Schmerztherapie/Schmerzberatung verbessern.

4) Welche Masterstudiengänge kamen bei dir in die engere Auswahl und für welchen Master hast du dich entschieden?

Um ehrlich zu sein wollte ich nach dem Bachelor auch erst einmal keinen Master machen. Aber irgendwann habe ich doch mal nach Masterstudiengängen geschaut, einfach nur um zu schauen was es gibt. Ich habe mir mal einen Master in „Angewandte Gerontologie“ angeschaut, dieser hat mich aber nicht wirklich überzeugt. Somit wurde alles auf Eis gelegt. Ich habe dann von einer damaligen Professorin eine Email erhalten wo der Masterstudiengang vorgestellt wurde. Habe dann an der Onlinevorstellung teilgenommen und es für gut befunden.

5) Wie ist der Masterstudiengang geplant und strukturiert?

Da es ein berufsbegleitender Master ist, ist dieser in Präsenzzeiten eingeteilt. Vor Corona war es so geplant, dass wir pro Semester drei Präsenzblöcke an unserem Studienstandort haben. Zwei kurze von vier Tagen und ein langer von 9 Tagen. Zwischen diesen Präsenztagen sollten wir Onlinevorlesung haben. Also mal einen Abend ein bis zwei Zeitstunden. Durch Corona wurde dann alles zu Onlinevorlesungen. Wir haben aber auch Gruppenaufgaben, sodass wir uns zur nächsten Präsenz vorbereiten müssen.

6) Welche Themenschwerpunkte hat Dein Masterstudiengang?

Schmerz. Nein, kleiner Scherz, natürlich geht es viel um Schmerzen. Wir können zwischen vier Vertiefungspfaden wählen. Diese wären:Pflege & Schmerz Physiotherapie & Schmerz (hier dürfen nur Physiotherapeuten teilnehmen)Onkologie und palliative SchmerztherapiePsychologische/psychosoziale Schmerztherapie. Es geht aber vor allem um chronischen Schmerz.

a. Gibt es besondere Kurse z.B. einen Sonographiekurs?

Leider nein, die „besonderen Kurse“ habe ich, wenn dann schon oben erwähnt. Es wird generell ein Schwerpunkt auf das sogenannte „Sozio-Psycho-Biologische Krankheitsmodell“ gelegt. Dies ist der rote Faden im Studium. Auch müssen wir vermehrt den wissenschaftlichen Aspekt berücksichtigen (Masterstudiengang halt) und die Artikel dementsprechend bewerten. Hier hat unser Studiengangsleiter in sehr gutes Händchen und gibt uns wissenschaftliche Artikel zu Schmerz an die Hand, welche wir dann beurteilen müssen. Somit können wir immer zwei Themen bearbeiten.

b. Wie wird die Theorie-Praxis-Verzahnung umgesetzt?

Da es ein berufsbegleitender Studiengang ist, können und sollen wir auch bis zu 20/h die Woche arbeiten. Damit können wir das erlernte direkt in die Praxis umsetzen. Auch können wir dann zur nächsten Präsenz neue Erfahrungen mitbringen und untereinander austauschen. Wir müssen auch pro Semester einen sogenannten Praxistransferbericht schreiben mit einer definierten Aufgabenstellung.

7) Wie sieht Dein Arbeitsalltag neben dem Studium aus?

Hier muss ich für mich sagen ist der Master perfekt. Ich habe meine Stelle von 100% auf 75% reduziert. Ich gehe daher von Mo.-Mi. voll arbeiten, donnerstags einen halben Tag und habe freitags frei. Die Praxisphasen gibt es in dem Sinne nicht. Ich kann mein erlerntes Wissen direkt anwenden. Die neuen Aufgaben habe ich unter 3b schon beschrieben. Beratung der Patienten, der Ärzte und der Pflege. Das sind im wesentlichen die neuen Aufgaben. Für mich ist das zeitlich gut machbar. Meine Frau und ich haben uns noch ein Haus gekauft, welches ich noch zusätzlich umbauen muss. Aber ich finde die Frage immer sehr schwer zu beantworten. Jeder Mensch ist ein anderer Lerntyp. Für mich ist das alles super zu schaffen. Wenn ich mir meine Frau anschaue, die würde glaube ich mehr Probleme haben, weil wir einfach ganz verschieden Lerntypen sind. Daher muss glaube jeder für sich entscheiden inwieweit er alles verknüpfen kann.

8) Welche Qualifikationen sollten Masterstudenten Deiner Meinung nach mitbringen?

Ich hoffe das ich mit meiner Antwort niemanden auf den Schlips trete. Vor allem Eigenständiges arbeiten. Ich muss sagen, dass ich schockiert bin über manche meiner Kommilitonen. Jeder Bachelorabsolvent (egal ob PA, Pflege, Physiotherapeut etc.) sollte wissen wie man an Literatur kommt! Das Eigenständige arbeiten sollte funktionieren, der Dozent soll einem nicht mehr alles vorgeben. Auch wichtig meiner Meinung nach ist Neugier. Auch wenn ich schockiert über manche Kommilitonen bin, habe ich dennoch einiges aus den anderen medizinischen Berufsgruppen gelernt. Daher muss auch ein Masterstudent offen für die anderen Berufsgruppen sein sowie Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten haben. Dies ist ja auch der Schwerpunkt eines Masters.

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