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Was macht eigentlich ein Physician Assistant in …. der Pädiatrie ?

Eliana war so nett und hat sich unseren Fragen gestellt.

Das Interview über ihren Berufsalltag findet Ihr unten. Ihr habt Frage an Eliana ?

Stellt sie uns gerne in den Kommentaren.

Warum hast Du Dich für das Studium zum Physician Assistant entschieden ?

Ich hatte nach dem Examen zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin das Interesse mich im medizinischen Bereich noch weiterzubilden. Daher habe ich nach Studiengängen recherchiert und bin durch Zufall auf den des Physician Assistants gestoßen. Ich habe eine Infoveranstaltung zu dem Studiengang mitgemacht und etwas recherchiert. Da in dem Berufsfeld weiterhin die Arbeit am Patienten im Mittelpunkt steht, habe ich mich nach zweieinhalb Jahren als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin dafür entschieden. Ich bin jetzt in meinem Job sehr zufrieden und bin froh das Studium gemacht zu haben.

An welcher Universität/Fachhochschule hast du studiert?

Ich habe an der Steinbeis-Hochschule Berlin studiert.

Fühltest Du Dich gut vorbereitet auf Deine jetzige Tätigkeit ?

Da ich in der Pädiatrie arbeite, ist für diesen Fachbereich in der Theorie leider kein großer Anteil vorgesehen. Durch die vielen Praxisanteile im Studium wird man aber gut auf den klinischen Alltag vorbereitet und hat die Möglichkeit praktisch viele Fähigkeiten zu erlernen und zu vertiefen.

Wie kamst Du zu Deiner aktuellen Stelle und wie gelang Dir der Start ins Berufsleben ?

Ich arbeite aktuell zum einen Teil ambulant in einer Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin und zum anderen in einer Klinik in der Notaufnahme für Erwachsene sowie Kinder- und Jugendliche. Durch Initiativbewerbungen bin ich zu beiden Stellen gelangt. Die Bewerbungen wurden in der Klinik sowie auch in der Praxis sehr offen und mit viel Interesse angenommen. Im ambulanten Bereich habe ich bereits während des Studiums begonnen, es hat insgesamt mit der Entwicklung der Aufgabenfelder sehr gut geklappt, aber entwickelt sich nach und nach mit der Zeit.

Wie sieht Dein normaler Arbeitsalltag aus ?

Zwei Tage in der Woche arbeite ich in der Kinderarztpraxis. Dort habe ich mittlerweile eine eigene Terminschiene mit verschiedenen Behandlungsschwerpunkten, die ich von 8 – 16 Uhr abarbeite. Dazu zählen unter anderem die Vordiagnostik bei chronischen Bauchschmerzen, die Betreuung der Asthma Patienten mit Durchführung des DMP´s, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis, akut anfallende Blutentnahmen, Impfungen, Ernährungsberatung uvm. Zusätzlich bin ich Ansprechpartner für Komplexpatienten mit Schwerbehinderung oder Palliativbetreuung von Kindern oder Jugendlichen zuhause und führe dort Hausbesuchedurch. Außerdem unterstütze ich bei medizinischen Fragen oder Anträgen, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen etc..Die restlichen Tage arbeite ich momentan noch im Schichtdienst in der Notfallaufnahme in der Klinik. Dort entwickeln wir gerade noch ein endgültiges Konzept. Grundsätzliche Aufgaben sind die Unterstützung bei der Erstellung der Anamnese, klinischen Untersuchung, Therapieplanung, Unterstützung bei organisatorischen Abläufen, die unfallchirurgische Wundversorgung und Blutentnahmen mit Zugangsanlage in der Pädiatrie. Konntest Du die praktischen Fähigkeiten bereits vor Antritt der Stelle oder wurden Sie Dir beigebracht ?In meinen Praktika für das Studium habe bereits Erfahrung bei vielen Aufgaben sammeln können (Anamnese, klinische Untersuchung, Therapieplanung, Blutentnahmen, Zugangsanlage, orientierende Sonographie). Die Betreuung spezieller Patientengruppen, vor allem ambulant in der Praxis, habe ich dort im Verlauf gelernt und mit der Erfahrung wachsen auch die Aufgaben. Welche Qualifikationen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen PA ?Selbständigkeit und Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität und Teamfähigkeit.

Wie kam das Berufsbild bei anderen Berufsgruppen an ?

Grundsätzlich habe ich sehr positive Erfahrungen in allen Bereichen machen können. Zu Beginn ist oft etwas Skepsis vorhanden, weil sich die Aufgabengebiete und die neue Verteilung der Aufgaben zunächst erst finden müssen. Bei der Entwicklung gehört viel Kommunikation über die Abläufe und veränderten Aufgabenfelder dazu, um Missverständnisse zu vermeiden oder Unzufriedenheit aus dem Weg zu räumen. Insgesamt wurde ich als Physician Assistant im ambulanten sowie im klinischen Bereich sehr gut angenommen und in das Team integriert.

Strebst Du einen Masterstudiengang an ?

Ein Masterstudium mit den Schwerpunkten der Pädiatrie oder Notfallmedizin wäre zukünftig für mich nicht ausgeschlossen, wenn dadurch die Möglichkeit besteht das Fachwissen zu vertiefen und die Tätigkeiten zu verbessern oder auszuweiten.

Hast Du eine Zukunftsvision für das Berufsbild ?

Momentan bewegt sich sehr viel bei dem Einsatz der PA´s in Deutschland, speziell auch im ambulanten Bereich. Zukünftig kann ich mir vorstellen, dass in den meisten medizinischen Fachbereichen ein Einsatz von PA´s möglich und sinnvoll ist. Insgesamt müssten die Tätigkeiten klarer zu den anderen Berufsgruppen definiert oder abgegrenzt werden sowie im ambulanten Bereich in der KV mit ihren Tätigkeiten anerkannt werden.

Welche Empfehlung kannst Du PA-Student*innen geben ?

Traut euch mit Initiativbewerbungen eventuell auch den Einsatz in neuen Bereichen auszuprobieren. Mit Eigeninitiative und Flexibilität kann in vielen Bereichen die Patientenversorgung durch das Zusammenarbeiten aller Berufsgruppen deutlich verbessert werden.

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